Portrait

Die Portraits, eingeordnet in ihren jeweiligen historischen Kontext, holen verschiedene Epochen vor Augen. So repräsentiert etwa das Bildnis von Heinrich Rantzau 1526 – 1598], ganzfigurig in Kupfer gestochen, ein ganzes Zeitalter [Abb. P-Rantzau, Heinrich 11]. Der Statthalter des dänischen Königs in den Herzogtümern, der dieses Amt 40 Jahre verwaltete, gilt als bedeutendster Staatsmann, Politiker, Humanist und großer Mäzen der Wissenschaften und Künste in der Renaissancezeit. Großen Ruhm erlangte er als potenter Bauherr vieler Herrenhäuser, von denen nur noch wenige Beispiele wie die Breitenburg, Gut Rantzau oder [Kloster] Nütschau auch heute noch die Architekturepoche bezeugen, die besonders experimentierfreudig verschiedene Bautypen ausprobierte.
Das ovale, in Punktiermanier rot gedruckte Portraitkupfer von Heinrich Carl Schimmelmann (1724 – 1782), posthum gestochen von Terkel Kleve nach einer künstlerischen Miniatur  [Abb. P-Schimmelmann, H.C. 3], führt uns zu der außerordentlichsten Persönlichkeit im Finanz- und Wirtschaftsleben, die die Herzogtümer im 18. Jahrhundert sahen. Der „Aufsteiger“, als cleverer Kaufmann, Plantagen- und Fabrikbesitzer zu gewaltigem Reichtum gekommen, trat 1761als Schatzmeister in dänische Dienste und wurde 1779 in den Grafenstand erhoben. Die Symbole um das gräfliche Wappen auf dem Kupferstich spielen auf seine Macht und Geltung an: das Ährengewinde ist das Zeichen für Güter-und Landwirtschaft, der Merkurstab für den Handel und das Füllhorn für seine Finanzkraft. An Immobilien konnte er sich die Güter Wandsbek (1861 abgebrochen) vor den Toren Hamburgs und Lindenborg in Jütland, das Berckentinsche Palais in Kopenhagen und das Ahrensburger Schloss leisten, das heute als Museum die Schimmelmann-Ära präsentiert. Zum Schimmelmann-Imperium gehörten mittelbar auch die adligen Güter Emkendorf und Knoop – durch Heirat seiner beiden reichlich mit Mitgift bedachten Töchter Julia mit Fritz von Reventlow und Caroline mit Heinrich Friedrich von Baudissin. Die beiden Herrenhäuser zehren heute noch von ihrer einstigen Aura, hiesige Zentren adliger Wohn–, Lebens- und Baukultur um 1800 auf anspruchsvollem Niveau gewesen zu sein.
Für die bürgerliche Portraitkunst steht hier zum einen beispielhaft das um 1790 geschaffene Pastell eines unbekannten Malers, das die Hamburger Dichterin Engel Christine Westphalen in englischer Manier darstellt [Abb. LH 24-1995]. Das andere Beispiel gibt Carl Rudolf Fiebigs Bildnis in Öl der Laurine B. Schioldann mit „Danebrog“-Schleife am Hals, das 1849 entstand, also zur Zeit des Nationalitätenkonflikts. Diese Dame aus dem Kopenhagener Bürgertum trägt ihre dänische Gesinnung offen zur Schau [Abb. LH 67 – 1989].
Der namhfte Berliner Jugendstilkünstler Emil Orlik zeichnete 1915 mit feinem Bleistift das Bildnis der Juliane Gräfin zu Rantzau, geb. Brockdorff [Abb. P-Brockdorff-Rantzau, Juliane Gräfin zu 1]. Sie war die Mutter des Diplomaten Ulrich Graf von Brockdorff-Rantzau, der 1919 Staatssekretär des Auswärtigen Amtes war und in dieser Eigenschaft Führer der deutschen Delegierten in Versailles. Bei Annahme der Friedensbedingungen durch die Nationalversammlung legte er sein Amt nieder.
Ein posthum von Udo Dettmann gemaltes Portrait in Öl von Hermann Lüdemann (1880 – 1959) erinnert an seine Bedeutung als zweiter Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein in den Jahren von 1947 bis 1949 [Abb. kommt noch! Muss noch fotografiert werden]. Das Gemälde steht zudem exemplarisch für die Reihe der offiziellen Bildnisse der Ministerpräsidenten, die zum Fundus der Sammlung gehören.
Uwe Bangerts selbstironisches Selbstbildnis, 1950 als Kreidezeichnung entstanden, deutet nur an, dass auch die Gattung Künstlerportrait eine gewichtige Rolle in der Sammlung spielt [Abb. Bangert, Uwe 2_902]. Und das Jugendstil-Bildnis des Dichters Detlev von Liliencron, geschaffen von dem Hamburger Künstler Arthur Illies, gehört zu den in der Sammlung zahlreich vertretenen Poeten-Portraits, die uns Aussehen und Charakter  unserer Geistesgrößen überliefern [Abb. LH 1 1953].

Die Portraits, eingeordnet in ihren jeweiligen historischen Kontext, holen verschiedene Epochen vor Augen.

Heinrich Rantzau

Der Renaissance-„Fürst“ Heinrich Rantzau

So repräsentiert etwa das Bildnis von Heinrich Rantzau (1526 – 1598), ganzfigurig in Kupfer gestochen, ein ganzes Zeitalter.

Der Statthalter des dänischen Königs in den Herzogtümern, der dieses Amt 40 Jahre verwaltete, gilt als bedeutendster Staatsmann, Politiker, Humanist und großer Mäzen der Wissenschaften und Künste in der Renaissancezeit. Großen Ruhm erlangte er als potenter Bauherr vieler Herrenhäuser, von denen nur noch wenige Beispiele wie die Breitenburg, Gut Rantzau oder [Kloster] Nütschau auch heute noch die Architekturepoche bezeugen, die besonders experimentierfreudig verschiedene Bautypen ausprobierte.

Heinrich Carl Schimmelmann

Heinrich Carl Graf Schimmelmann

Das ovale, in Punktiermanier rot gedruckte Portraitkupfer von Heinrich Carl Schimmelmann (1724 – 1782), posthum gestochen von Terkel Kleve nach einer künstlerischen Miniatur, führt uns zu der außerordentlichsten Persönlichkeit im Finanz- und Wirtschaftsleben, die die Herzogtümer im 18. Jahrhundert sahen. Der „Aufsteiger“, als cleverer Kaufmann, Plantagen- und Fabrikbesitzer zu gewaltigem Reichtum gekommen, trat 1761 als Schatzmeister in dänische Dienste und wurde 1779 in den Grafenstand erhoben. Die Symbole um das gräfliche Wappen auf dem Kupferstich spielen auf seine Macht und Geltung an: das Ährengewinde ist das Zeichen für Güter-und Landwirtschaft, der Merkurstab für den Handel und das Füllhorn für seine Finanzkraft. An Immobilien konnte er sich die Güter Wandsbek (1861 abgebrochen) vor den Toren Hamburgs und Lindenborg in Jütland, das Berckentinsche Palais in Kopenhagen und das Ahrensburger Schloss leisten, das heute als Museum die Schimmelmann-Ära präsentiert.

Zum Schimmelmann-Imperium gehörten mittelbar auch die adligen Güter Emkendorf und Knoop – durch Heirat seiner beiden reichlich mit Mitgift bedachten Töchter Julia mit Fritz von Reventlow und Caroline mit Heinrich Friedrich von Baudissin. Die beiden Herrenhäuser zehren heute noch von ihrer einstigen Aura, hiesige Zentren adliger Wohn–, Lebens- und Baukultur um 1800 auf anspruchsvollem Niveau gewesen zu sein.

Für die bürgerliche Portraitkunst steht hier zum einen beispielhaft das um 1790 geschaffene Pastell eines unbekannten Malers, das die Hamburger Dichterin Engel Christine Westphalen in englischer Manier darstellt.

Engel Christine Westphalen

Engel Christine Westphalen

Das andere Beispiel gibt Carl Rudolf Fiebigs Bildnis in Öl der Laurine B. Schioldann mit „Danebrog“-Schleife am Hals, das 1849 entstand, also zur Zeit des Nationalitätenkonflikts. Diese Dame aus dem Kopenhagener Bürgertum trägt ihre dänische Gesinnung offen zur Schau.

Laurine B. Schioldann

C. R. Fiebig, Laurine B. Schioldann

Der namhafte Berliner Jugendstilkünstler Emil Orlik zeichnete 1915 mit feinem Bleistift das Bildnis der Juliane Gräfin zu Rantzau, geb. Brockdorff. Sie war die Mutter des Diplomaten Ulrich Graf von Brockdorff-Rantzau, der 1919 Staatssekretär des Auswärtigen Amtes war und in dieser Eigenschaft Führer der deutschen Delegierten in Versailles. Bei Annahme der Friedensbedingungen durch die Nationalversammlung legte er sein Amt nieder.

Emil Orlik, Gräfin Juliane Rantzau

Emil Orlik, Gräfin Juliane Rantzau

Ein posthum von Udo Dettmann gemaltes Portrait in Öl von Hermann Lüdemann (1880 – 1959) erinnert an seine Bedeutung als zweiter Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein in den Jahren von 1947 bis 1949. Das Gemälde steht zudem exemplarisch für die Reihe der offiziellen Bildnisse der Ministerpräsidenten, die zum Fundus der Sammlung gehören.

Udo Dettmann, Bildnis Hermann Lüdemann

Udo Dettmann, Bildnis Hermann Lüdemann

Uwe Bangerts selbstironisches Selbstbildnis, 1950 als Kreidezeichnung entstanden, deutet nur an, dass auch die Gattung Künstlerportrait eine gewichtige Rolle in der Sammlung spielt.

Selbstbildnis Uwe Bangert

Uwe Bangert

Und das Jugendstil-Bildnis des Dichters Detlev von Liliencron, geschaffen von dem Hamburger Künstler Arthur Illies, gehört zu den in der Sammlung zahlreich vertretenen Poeten-Portraits, die uns Aussehen und Charakter  unserer Geistesgrößen überliefern.

Detlev von Liliencron

Arthur Illies, Bildnis Detlev von Liliencron

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