Ortsansicht

Davon zeugen schleswig-holsteinische Landschaftsgemälde etwa von Berend Goos, Ernst Wolperding, Louis Gurlitt, Hans Peter Feddersen d. J., Hans Olde d. Ä. , Fritz Stoltenberg, Willi Langbein und Ernst Wöhlk, von Herta M. Lehment, Walther Kunau, Uwe Bangert und Michael Arp. Das impressionistisch, sonnenatmosphärisch aufgefasste Landschaftsgemälde von Michael Arp, 2002 entstanden, zeigt die alte Lindenallee von 1737, die auf die Carlsburg, benannt nach ihrem Besitzer Landgraf Carl von Hessen, führt [Abb. Arp 2384]. Lange, prächtige Baumalleen, die meistens die Auffahrt zu einem Herrenhaus säumen, prägen bis heute die Kulturlandschaft Schleswig-Holstein.
Wer wissen möchte, wie z.B. die Stadt Kappeln vor gut 150 Jahren aussah, kann sich anhand der Vedute „Cappeln vom Fährhuse zu Ellenberg, d. 13. Juli 1855“, als Federzeichnung fixiert von Adelbert von Löwenstern, ein Bild machen [Abb. Kappeln 21]. Die eklatanten Veränderungen der Kieler Skyline etwa lassen sich an den unzähligen, romantisch-idyllisierenden bis sachlich getreuen Wiedergaben der Ansichten der „schönen“ Fördestadt von vielen Künstlern des 19. Jahrhunderts studieren. Eine topographische Ansicht von Kiel, das Aquarell des Künstlers Adolph Lohse von 1859, zeigt z. B. den Blick vom Ostufer bei den Sandbergen auf das westliche Ufer mit den turmbewehrten Dominanten der Nikolaikirche und des Schlosses; dazwischen liegt die ehem. Franziskanerklosterkirche, nur mit einem Dachreiter ausgestattet [Abb. Kiel I, 71]. Die Ballastberge dienten zur Stabilisierung der von ihrer Ladung gelöschten Schiffe, die den Kieler Hafen ohne Fracht wieder verließen. Die historische Bildpostkarte, das neue Massenmedium seit der Gründerzeit, ist für die Fragen der Stadtentwicklung eine weitere Quelle von großem Wert, wie das Beispiel der Ansicht des Düsternbrooker Wegs mit der Seeburg und dem Schloss von 1910 ahnen lässt [Abb. Bildpostkarte Kiel um 1910; auf der CD, die Sie schon haben]. Wie Malerei Natur und Phantasie zwanglos, aber effektvoll miteinander verbindet, zeigt exemplarisch die „märchenhafte“ Ansicht des Brockdorffschen Gutes Kletkamp, die Friedrich Loos in seinem Aquarell von 1881liefert [Abb. Kletkamp 6]. Ein solches turmhohes Torhaus, das hier zweifellos die romantisch inszenierte Naturkulisse bereichert, hat es so niemals gegeben. Tatsächlich steht hier das spätbarocke Torhaus von 1773. Korrekt wiedergegeben ist indessen das Herrenhaus. Ortsansichten unter dem Aspekt der Bildrezeption eröffnen hier ein kulturgeschichtlich so bedeutsames wie spannendes Forschungsfeld.

Aus dem Panorama der Ortsansichten aus allen Landesteilen, aus Vergangenheit und Gegenwart, stellen wir hier einige markante Beispiele vor.

Das impressionistisch, sonnenatmosphärisch aufgefasste Landschaftsgemälde von Michael Arp, 2002 entstanden, zeigt die alte Lindenallee von 1737, die auf die Carlsburg, benannt nach ihrem Besitzer Landgraf Carl von Hessen, führt. Lange, prächtige Baumalleen, die meistens die Auffahrt zu einem Herrenhaus säumen, prägen bis heute die Kulturlandschaft Schleswig-Holstein.

Landschaftsgemälde von Michael Arp

Michael Arp, Allee Carlsburg

Wer wissen möchte, wie z.B. die Stadt Kappeln vor gut 150 Jahren aussah, kann sich anhand der Vedute „Cappeln vom Fährhuse zu Ellenberg, d. 13. Juli 1855“, als Federzeichnung fixiert von Adelbert von Löwenstern, ein Bild machen.

Michael Arp, Allee Carlsburg

A. v. Löwenstern, Kappeln 1855

Die eklatanten Veränderungen der Kieler Skyline etwa lassen sich an den unzähligen, romantisch-idyllisierenden bis sachlich getreuen Wiedergaben der Ansichten der „schönen“ Fördestadt von vielen Künstlern des 19. Jahrhunderts studieren. Eine topographische Ansicht von Kiel, das Aquarell des Künstlers Adolf Lohse von 1859, zeigt z. B. den Blick vom Ostufer bei den Sandbergen auf das westliche Ufer mit den turmbewehrten Dominanten der Nikolaikirche und des Schlosses; dazwischen liegt die ehem. Franziskanerklosterkirche, nur mit einem Dachreiter ausgestattet.

Blick vom Ostufer

Adolf Lohse, Kiel vom Sandberge

Der Kies der Ballastberge diente zur Stabilisierung der von ihrer Ladung gelöschten Schiffe, die den Kieler Hafen ohne Fracht wieder verließen.

Die historische Bildpostkarte, das neue Massenmedium seit der Gründerzeit, ist für die Fragen der Stadtentwicklung eine weitere Quelle von großem Wert, wie das Beispiel der Ansicht des Düsternbrooker Wegs mit der Seeburg und dem Schloss von 1910 ahnen lässt.

Kiel-um-1910_150

Bildpostkarte Kiel um 1910: Kiel, Düsternbrooker Allee, kolorierte Bildpostkarte

Wie Malerei Natur und Phantasie zwanglos, aber effektvoll miteinander verbindet, zeigt exemplarisch die „märchenhafte“ Ansicht des Brockdorffschen Gutes Kletkamp, die Friedrich Loos in seinem Aquarell von 1881 liefert. Ein solches turmhohes Torhaus, das hier zweifellos die romantisch inszenierte Naturkulisse bereichert, hat es so niemals gegeben. Tatsächlich steht hier das spätbarocke Torhaus von 1773. Korrekt wiedergegeben ist indessen das Herrenhaus. Ortsansichten unter dem Aspekt der Bildrezeption eröffnen hier ein kulturgeschichtlich so bedeutsames wie spannendes Forschungsfeld.

Friedrich Loos, Gut Kletkamp

Friedrich Loos, Gut Kletkamp

Die Bedeutung Schleswig-Holsteins als Agrarland veranschaulichen dokumentarische Fotos landschaftlich charakteristischer Hofanlagen, wie z. B.  die Aufnahme vom „Löwenhof“ in Nordhusen bei Brunsbüttel in Dithmarschen.

Der Löwenhof; Foto: W. Johnsen, um 1930

Der Löwenhof; Foto: W. Johnsen, um 1930

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