Ausstellungen

Neue Ausstellung in der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek

Kieler Künstler und Künstlerinnen in der Kaiserzeit 1871 – 1918.
Dauer: 20.11.2016 – 19.3.2017

Déjà vue……

“Wer ist wo wer? Was ist wo was? Identität von Mensch und Ort”. Eine deutsch-norwegische Ausstellung. 17.1. – 18.3.2016

Hanne Nagel-Axelsen“…alles andere als schön…” 50 Jahre Malerei
18. Oktober 2015 – 13. Dezember 2015

Kieler Künstler – Kunstleben und Künstlerreisen 1770 bis 1870
30. November 2014 bis 29. März 2015

Von der Rasierklinge zur Rauminstallation

Ulrich Behl feiert seinen 75. Geburtstag am 22.9.14  in seiner Ausstellung in der Landesbibliothek

Auch die schönste Ausstellung geht einmal zu Ende, aber in diesem Falle mit einem Höhepunkt: einer öffentlichen Geburtstagsparty für den Kieler Künstler. Eigens zu diesem Anlass kommt Timm Ulrichs nach Kiel, langjähriger Künstlerfreund Ulrich Behls und prominenter Provokateur in der Kunst der aufständischen 60er Jahre. Unter der Schlagzeile “Zwei Hannoveraner in Kiel” liefern sich Timm Ulrichs und Ulrich Behl einen Schlagabtausch – auf künstlerischer Gesprächsebene, versteht sich, unterhaltsam, spannend und kunstvoll. Nicht nur zwei markante Künstlerpersönlichkeiten treffen hier aufeinander, sondern auch zwei signifikant unterschiedliche Positionen zeitgenössischer Kunst. Der eine gestaltet interdisziplinär zwischen Neo-Dadaismus, Konzeptkunst, body-art, Performance oder Installation und beschreibt sich so als “Totalkünstler” mit kritischer, humorvoll-hintersinniger Weltsicht. Der andere brilliert als puristischer Zeichner und Schöpfer skulpturaler Materialobjekte unter dem Label der Konkreten Kunst. Und das mit großer Energie, Beharrlichkeit und Kontinuität seiner künstlerischen Intentionen, deren rationale Formensprache ihre Wurzeln im Bauhaus hat.
Wie das Wort von der “schöpferischen Konsequenz” durch fünf Jahrzehnte künstlerisches Arbeiten aufgeht, zeigt schließlich die Jubiläumsausstellung für Ulrich Behl in der Landesbibliothek. Sie zeichnet den Weg stringenten bildnerischen Schaffens nach: vom farbigen Frühwerk der 60er Jahre über die Meisterzeichnungen der wandelbaren “Rasierklingen” der 70er Jahre, über die darauf folgenden “konkreten” Graphit-Blätter der artifiziellen Lichtreflexe bis zu den Lichtkörpern, den transparenten Plexi-Boxen und der brandaktuellen Rauminstallation “Relative Identität”. Der Katalog zur Ausstellung spiegelt diese künstlerische Entwicklung wider. Kuratorin der Ausstellung und Autorin des Katalogs ist Dr. Bärbel Manitz, Mitglied im Vorstand des Vereins Historische Landeshalle für Schleswig-Holstein.

So 21.9.14 um 11 Uhr  letzte Führung durch die Ausstellung Ulrich Behl 75. Das Bildnerische. Werkschau aus fünf Jahrzehnten
Mo 22.9.14 um 19 Uhr Finissage: Künstlergespräch Ulrich Behl und Timm Ulrichs
Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek im Sartori & Berger-Speicher, Wall 47/51, 24103 Kiel. Info: Tel. 0431 – 69677-55 (außer Samstag)

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INFO EXPO … INFO EXPO … INFO EXPO  – bis 16.März 2014
Nur noch drei Wochen ist die gut besuchte Ausstellung “Mennesler i krigen 1864 Menschen im Krieg” in der Landesbibliothek zu sehen, dann wird sie ab 11. April 2014 im Schlossmuseum Sonderburg gezeigt – vis à vis der “Schlachtbank Düppel”. Termingerecht zum 150. Jahrestag der Schlacht bei Düppel am 18´. April 1864 wird am originalen Schauplatz eine Gedenkfeier mit hohen Repräsentanten Dänemarks und Deutschlands stattfinden.
Seit geraumer Zeit ist die Ausstellung “1864″ in Kiel noch um zwei bedeutende Exponate reicher geworden: Ein Ölgemälde des Berliner Malers J. H. Kretzschmer mit dem Thema des Übergangs nach Alsen am 29. Juni 1864, das aus hiesigem Privatbesitz als Leihgabe hinzukam. Es stützt bzw. ergänzt den eigenen Kieler Bestand an Ölgemälden zu Ereignissen 1864 aus der Landesgeschichtlichen Sammlung, der tatsächlich einer der am besten erhaltenen und zahlenmäßig größten Bestände an Geschichtsbildern deutscher Maler zum ersten der drei Einigungskriege in deutschen Museen ist. Zum andern ein phantastischer Architekturplan, der schon viele Besucher zum Staunen brachte. Was wäre gewesen, wenn die Pläne Herzogs Friedrich VIII. von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg zum Erfolg geführt hätten? Der Hamburger Rathausarchitekt Martin Haller, bekennender “Augustenburger”, entwarf zur Hochzeit der Augustenburger Ambitionen auf eine eigene Landesherrschaft für die Herzogtümer ein Höhenschloss für Friedrich VIII. auf den Hängen der Kieler Förde. Als Standort ist die Krusenkoppel in Düsternbrook zu denken, wohl dort, wo nachmals das Denkmal für Friedrich VIII. errichtet wurde, für den Schwiegervater Wilhelms II. Die fein aquarellierte Vedute vom Sommer 1864, ganz im festlichen Entwurfsstil der französischen Ecole des Beaux Arts, erinnert mit ihrer verschwenderischen Terrassenanlage an das damals berühmte Schloss Albrechtsberg für den preußischen Prinzen Albrecht über der Elbe in Dresden-Loschwitz. In Kiel freilich sehen wir keinen späten Schinkel-Stil, sondern hierorts ungewöhnliche Anleihen bei der französischen Schlossbaukunst der Renaissance. Dem hofumschließenden Vierflügelbau sollten die vier stämmigen Eck-Turmpavillons über die Förde hin dominante Fernwirkung sichern. Dieses “castello in aria” bringt einen Hauch von Architektur-Luxus nach Kiel und sollte eine Demonstration für den politischen Anspruch der Augustenburger sein.
Diese architektonische Vision in der diesbezüglich nicht eben zum Überschwang geneigten Fördestadt erscheint vor dem realen Hintergrund des schlussendlichen Scheiterns Friedrichs VIII. und seines kleinen “Hofstaats” als faszinierende Phantasmagorie.
Mehr zu diesem “politischen” Schlossbauprojekt im demnächst erscheinenden Katalog zur Ausstellung 1864, der auf ca. 300 Seiten die Exposition dokumentiert und reich illustriert, zweisprachig, und in weiteren Beiträgen relevante Aspekte dieses Krieges beleuchtet, u. a. das Sanitätswesen auf dem Schlachtfeld, die dänischen Staatsgemälde zum Krieg 1864 und die Historienmalerei deutscher Maler zu den preußischen und österreichischen Siegen. Zum ersten Mal werden in diesem Ausstellungskatalog, ebenso wie die Ausstellung Ergebnis dänisch-deutscher Kooperation, die dänische und die deutsche zeitgenössische Ölmalerei zu den Kriegsereignissen zusammengesehen. Einige später gemalte Beispiele erweitern die Bildproduktion und ihre Interpretation des geschichtlichen Geschehens.
Ein Schloss für Kiel 1864

Ein Schloss für Kiel 1864

Menschen im Krieg 1864/ Mennesker i krigen

Schau in der Landesbibliothek über ein wichtiges Kapitel unserer Landesgeschichte

Der Titel der Ausstellung sagt es in programmatischer Deutlichkeit: Im Focus dieser Schau, die an ein zentrales Ereignis der deutsch-dänischen Geschichte erinnert, stehen einmal nicht die militärischen Aktionen und politischen Begleitumstände, vielmehr die Wirkung dieser Ereignisse auf die Menschen. Ein Perspektivwechsel, der sich auch in der Ausstellungsarchitektur abbildet. In eigens neu entwickelten 15 Hochvitrinen von modernem dänischen Design werden jeweils die Lebensläufe und Betroffenheiten zweier Menschen vorgestellt, einer von der dänischen und einer von der deutschen Seite. Gemeine Soldaten, Offiziere, Bauern und Bürger, auch Frauen als Sanitäterinnen erscheinen ebenso in Bild und Wort wie Politiker, Seelsorger, Dichter und Künstler. Darunter zum Beispiel der Maler Wilhelm Camphausen sowie die Dichter H. C. Andersen und Theodor Fontane.
Dänisch oder deutsch? Die Schleswig-Holstein-Frage, die Frage der nationalen Zugehörigkeit des Herzogtums Schleswig zum Königreich Dänemark oder zu Deutschland blieb seit der Erhebung 1848 ungelöst. Erst der Krieg Preußens und Österreichs gegen Dänemark 1864 brachte die vorläufige Entscheidung und die „Up ewig ungedeelten“ wurden 1867 preußische Provinz.
Der betonten Parität dieser Präsentation entspricht auch die partnerschaftliche Zusammenarbeit deutscher und dänischer Museen und Förderer. Diese harmonische Kooperation zwischen Kiel und Sønderborg hob auch Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW) in ihrem Grußwort am Eröffnungssonntag besonders hervor. Für die Konzeption zeichnen gemeinsam verantwortlich Dr. Inge Adriansen vom Museum Sønderborg Slot und Dr. Jens Ahlers von der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek Kiel.
Über die historisch-politische Bewertung sowie den Verlauf des deutsch-dänischen Kriegs, der in Dänemark zutreffend der „2. Schleswigsche Krieg“ genannt und in Deutschland als der erste der drei Einigungskriege verstanden wird, informieren breitbahnige Banner. Für die bildmäßige Veranschaulichung des eigentlichen Kampfgeschehens sorgen mehr oder minder große Schlachtengemälde damals gefeierter Künstler. Bilder, die z. T. erstmals wieder nach 100 Jahren öffentlich gezeigt werden. In der Mehrzahl stammen sie aus dem Fundus der Landesgeschichtlichen Sammlung der Landesbibliothek (=ehem. Historische Landeshalle für Schleswig-Holstein). Eine große Leihgabe aus dem Besitz des dänischen Königshauses zeigt König Christian IX. in gefahrvoller Situation nächtens auf einer der 10 Düppeler Schanzen (laut Überlieferung Schanze 2), die seit Wochen unter preußischem Dauerfeuer lagen. Imponierende Ausmaße hat auf der anderen Seite das denkmalhafte, den preußischen Sieg von Düppel in symbolischer Bildsprache thematisierende Triptychon von fast 10 m Breite, das Ludwig Dettmann eigens für die Düppel-Gedächtnisausstellung schuf. Diese wurde zum 50. Jahrestag der Schlacht von Düppel am 18. April 1864 in Sonderburg 1914 veranstaltet und fand durch den Ausbruch des 1.Weltkriegs ein vorzeitiges Ende fand.
Diese zweisprachig angelegte, gut, klar und übersichtliche gebaute Ausstellung in geordneter Ästhetik, wie man sie hierzulande eher selten antrifft, liefert eine mehrschichtig angelegte historische Vergegenwärtigung eines einschneidenden geschichtlichen Geschehens, das in Dänemark lange Zeit ein Trauma war und sich erst durch die Abstimmung 1920 mit der Abtretung Nordschleswigs an das Königreich löste. Diese Ausstellung zum 150. Gedenken an den Krieg 1864 wird im nächsten Jahr in das Schlossmuseum Sonderburg und in das Nationalmuseum Kopenhagen weiterwandern.
Man muss also nicht gleich „verrückt“ werden, wenn man sich mit schleswig-holsteinischer Geschichte befasst, wie Bismarck, der Architekt der deutschen Einheit, einst befürchtete. Die klare griffige Gliederung der Ausstellung und ihr ästhetischer Aufbau vermitteln auch von Landesgeschichte meist unbehelligten Schulklassen ein anschauliches Bild dieser Zeit. Ein begehbares Geschichtsbuch in der Landesbibliothek.
Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek, Kiel, Wall 47/51./•/ 17. 11. 2013 – 16. 3. 2014
Ö: Di – Fr, So 11 – 17 Uhr. Führungen tel. zu erfragen 0431- 69677-55
Museum Sønderjylland/Sønderborg Slot /•/ 11. 4. 2014 – 26. 10. 2014
Nationalmuseet København /•/ 7. 11. 2014 – 18. 4. 2015
Blick in die Ausstellung
Blick in die Ausstellung
Gemeinsame Ausstellungen von Landesbibliothek und Verein Historische Landeshalle
LANDESWEIT. Neuerwerbungen der Landesgeschichtlichen Sammlung aus 25 Jahren.
März bis Mai 2009.
VON DOPPELHAUS UND EHRENHOF – Schleswig-Holsteinische Schlösser und Herrenhäuser in historischen Ansichten.
August 2007
Weitere Ausstellungen maßgeblich mit Bildern aus der Landesgeschichtlichen Sammlung
Friedrich von Esmarch 1823-1908.
Januar bis Februar 2008
Die Herzöge von Schleswig und Holstein.
März bis Mai 2008
Charlotte von Krogh (1827-1913). Von Husum nach Hadersleben.
November bis Dezember 2007
Die Brüder Charles und Ludwig Ross.
Juli bis August 2006
„Holländermäßig gut“- Schleswig-Holstein und die Niederlande in der frühen Neuzeit.
September bis Oktober 2006
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