Aktuelles

Hinweis auf die diesjährige Exkursion am 15. Juli 2017 nach Hasselburg, Altenkrempe, Cismar. Weitere Infos unter Exkursionen.

In der Mitgliederversammlung des Vereins Historische Landeshalle für Schleswig-Holstein am 4. April 2017  gab es einen Wechsel im Vorstand. Unter lang anhaltendem, anerkennendem Beifall für seine Verdienste um Führung und Entwicklung des Vereins wurde der bisherige Vorsitzende Dr. Jürgen Falkenhagen verabschiedet. Er hat von Juli 2005 bis April 2017 die Geschicke des Vereins mit glücklicher Hand geleitet, ihn nach jahrelangem Stillstand aus der Krise geholt und zu neuer gesellschaftlicher und politischer Relevanz  geführt. In der Ära Falkenhagen wuchs der Verein auf die stolze Mitgliederzahl von 304! Damit verdoppelte sich die Mitgliederzahl seit dem Beginn seiner Amtszeit! Als Nachfolger für den Vorsitz des Vereins wurde einstimmig Dr. Christian Stocks gewählt.

In eigener Sache: Der Verein Historische Landeshalle für Schleswig-Holstein wurde am 24. Februar 1897 gegründet. In  diesem Jahr, 2017, wird er 120 Jahre alt!

„…dass ich Friese durch und durch bin“.

Zum 75. Todestag von Hans Peter Feddersen

Portrait Hans Peter Feddersen, gezeichnet von O. H. Engel 1921

Portrait Hans Peter Feddersen, gezeichnet von O. H. Engel 1921

1941 endete ein glückliches, erfolgreiches Künstlerleben. Am  13. Dezember starb Hans Peter Feddersen, hochgeschätzt und hochdekoriert. 1905 die Goldmedaille für sein Gemälde „Winter in Nordfriesland“ auf der Nordwestdeutschen Kunstausstellung in Oldenburg/Oldenburg, 1910 Ernennung zum Professor durch den preußischen Staat, 1924 Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität, 1926 Professor und Mitglied der Preußischen Akademie der Künste in Berlin unter dem Präsidenten Max Liebermann, 1939 Verleihung der Goethe-Medaille.

Hans Peter, jüngster Sohn des Landwirts Hans Peter Feddersen d. Ä., der  als Portraitminiaturist sehr bekannt wurde, studierte an den damals angesagten deutschen Kunstakademien, 1866 in Düsseldorf u. a. bei Oswald Achenbach und 1871 bis 1878 in Weimar, wohin er seinem Düsseldorfer Lehrer und Freund Theodor Hagen, ein Schüler O. Achenbachs,  gefolgt war. Prägungen so bedeutender Lehrer spiegeln sich selbstverständlich in Hans Peter Feddersens Œuvre wider: Der Düsseldorfer „Theaterdonner“, malerische Inszenierungen von Landschaft und Genre und Theodor Hagens koloristisch subtile Auffassung landschaftlicher Natürlichkeit in Motiven der unmittelbaren Lebensumgebung. Nicht zu vergessen, der Einfluss früher französischer Freilichtmalerei, der ebenfalls über Th. Hagen und andere Lehrer der Kunstschule wie Albert Brendel  zuerst  (!) in Weimar vermittelt wurde, wovon nicht nur Christian Rohlfs oder Carl Arp profitierten. So entwickelte sich HPFs Werk gleichsam zwischen dunklem Atelierton und hellem Freilicht, wie an den frühen, auf diversen Ausstellungen gezeigten Gemälden in Berlin, Dresden oder München nachzuvollziehen.  Auf seiner Italienreise 1877 wurde das Licht des Südens zum Erlebnis. Nach einem Intermezzo als Zeichenlehrer am Gymnasium in Kreuznach 1878 und nach vier Jahren Station in Düsseldorf (1880-1884/85) kehrt er 1885 mit seiner Frau Margarethe, die er 1879 geheiratet hatte, und seiner Tochter Marianne (*1883) in seine nordfriesische Heimat zurück, wo fortan der ererbte Hof im Kleiseerkoog zum Lebensmittelpunkt wurde und vier weitere Töchter zur Welt kamen. Hier entfaltete sich seine malerische Anschauung, seine grandiose Landschaftsmalerei überwiegend mit Motiven Nordfrieslands, der Inseln und Halligen, hier wurde er, um es auf den Punkt zu bringen, zum „Liebermann Schleswig-Holsteins“.

Kunstpolitisch gehörte er bald zu den führenden Köpfen in der 1894 gegründeten Schleswig-Holsteinischen Kunstgenossenschaft, die in Schleswig-Holsteins preußisch-wilhelminischer  Zeit mit ihren Bildern zu einem neuen Landesbewusstsein, zur Stiftung einer kulturellen Identität, beitrug. In diesem kulturhistorischen Kontext ist auch die Gründung der „Historischen Landeshalle für Schleswig-Holstein e.V.“  1897 zu sehen, die seither Dokumente zur Landesgeschichte sammelt und damit das schleswig-holsteinische „Sonderbewusstsein“, das vor allem die Künstler erstmals  zum Thema machten, historisch begleitet. Heute ist es die „Landesgeschichtliche Sammlung“, die diese Schätze verwahrt.

Hans Peter Feddersen, Kleiseerkoog, 1921; das Wohnhaus des Künstlers

Hans Peter Feddersen, Kleiseerkoog, 1921; das Wohnhaus des Künstlers

Zu den ersten Neuerwerbungen des Vereins „Historische Landeshalle für Schleswig-Holstein“ in der Ära Falkenhagen gehört 2006 Hans Peter Feddersens Gemälde „Kleiseerkoog“ von 1921, das mit Mitteln des Vereins und der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek gekauft wurde. Im selben Jahr kam auch die Portraitzeichnung von O. H. Engel in die Sammlung, die den Meister  im Alter von 73 Jahren wiedergibt, der es schaffte, in einer zutiefst antifeudalen Gesellschaft bzw. Umgebung zum souveränen „Malerfürsten“  Nordfrieslands  zu werden.

Dr. Bärbel Manitz

Ereignisse 2016

Am 30. August 2016 ist das Landesbibliotheksgesetz inkraft getreten, das die Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek zu einer Landesoberbehörde erhebt. Damit ist ihr Fortbestehen mit ihrer Aufgabe, Publikationen, Dokumente, Bilder und Medien zu Geschichte und Kultur des Landes in allen Facetten zu sammeln, zu pflegen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, gesichert.

Mitgliederversammlung des Vereins Historische Landeshalle für Schleswig-Holstein 2016
Donnerstag, d. 28.4.2016 um 17.00 Uhr in der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek Kiel.
Im Anschluss, um 19.00 Uhr, öffentlicher Vortrag von John Sayer aus Oxford über Wolf Graf Baudissin (s. bei Vorträgen)

Perspektiven für die Landesbibliothek nach der Prüfung durch den Landesrechnungshof, Diskussionsbeitrag von Dr. Jürgen Falkenhagen: Landesbibliothek wirtschaftlich?! In: Mitteilungen 89, Oktober 2015, S. 29 – 35 (online verfügbar)

Herausragende Ereignisse

Große Freude über den Erwerb des Ölgemäldes Flensburg im Regen, St. Jürgen von Michael Arp

Arp_Übergabe

Christin Arp, die Witwe des Künstlers, mit Dr. Bärbel Manitz vom Verein Historische Landeshalle für Schleswig-Holstein im Sommer 2015 bei der Übergabe des Gemäldes, das mit freundlichen Spenden aus dem Nachlass des Künstlers erworben werden konnte (Foto: J. Falkenhagen).

Stele 1848

Unter großer Beteiligung eines interessierten Publikums wurde, fast zum selben Datum wie das geschichtliche Ereignis vor 166 Jahren, am 23. März 2014 die Stele 1848 auf dem alten Kieler Markt enthüllt. Als granitenes Zeichen erinnert das Denkmal an die Proklamation der Provisorischen Regierung am 24. März 1848 vor dem alten Kieler Rathaus am Markt. Das war der Auftakt der Schleswig-Holsteinischen Erhebung gegen Dänemark im Zuge der Demokratie- und Nationalbewegung Mitte des 19. Jahrhunderts. Mit diesem historischen Wegezeichen, ungefähr am geschichtlichen Standort der Proklamation, sind es nun insgesamt vier, erst in jüngerer Zeit errichtete Geschichtsdenkmäler im Kieler Stadtbild, die an dieses bedeutende Kapitel der schleswig-holsteinischen Landesgeschichte erinnern.

Viel Publikum bei der Enthüllung des Denkmals, das links im Bild zu sehen ist (Foto: BM).
Viel Publikum bei der Enthüllung des Denkmals, das links im Bild zu sehen ist (Foto: BM).
Dr. Jürgen Falkenhagen und Dr. Jürgen Jensen enthüllen das Denkmal (Foto:BM).
Dr. Jürgen Falkenhagen und Dr. Jürgen Jensen enthüllen das Denkmal (Foto:BM).
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